Whalewatching in Kanada (Vancouver Island)

Selbstverständlich haben wir auf unserer Kanadareise auch einen Whalewatching-Trip gemacht. Dieser atemberaubende Tag wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.  Nachdem wir mehrere Anbieter miteinander verglichen haben, entschieden wir uns für den ortsansässigen Anbieter „Seasmoke“. Dieser hat den Vorteil, dass er direkt mit der Alder Bay zusammenarbeitet – sprich wir wurden am hauseigenen Steg abgeholt! Darüber hinaus legt eine Whalewatching-Tour mit „Seasmoke“ nur noch in der Alert Bay schräg gegenüber an – die Besatzung ist also auf maximal 12 Leute beschränkt, so dass ausreichend Platz vorhanden ist, um sich auf dem Boot frei bewegen zu können.

Wir haben uns für eine Tour am Nachmittag entschieden – was, wie sich noch herausstellen sollte, genau die richtige Entscheidung war. Der Morgen war sehr vernebelt und die Sichtweite war auf maximal 20 Meter begrenzt. Wir nutzten den Vormittag also dazu, die Homepage des Anbieters zu studieren. Hier werden nämlich tagesaktuelle Berichte darüber verfasst, welche Tiere auf den Touren gesehen wurden. Ein wahnsinnig toller Service! Leider mussten wir aber feststellen, dass bis Anfang Juli noch keine Orcas gesichtet wurden. Wir haben zwar damit gerechnet, da die Orcas erst Mitte / Ende Juli vor Vancouver Island auftauchen, aber eine kleine Hoffnung darauf, diese majestätischen Kreaturen zu Gesicht zu bekommen, hatten wir dennoch.

Pünktlich um 12:15 Uhr wurden wir am Steg abgeholt – das Boot war so pünktlich, dass wir noch gar nicht mit dem Trupp gerechnet haben. Genauso erging es auch einer Familie, die mit uns aus der Alder Bay startete. Wir nahmen also die Beine in die Hand und begaben uns an den Steg. Hier warteten bereits Ganzkörper-Schwimmwesten auf uns, die uns nicht nur sichern, sondern auch warmhalten sollten – und das taten sie!

Nach einem kurzen Gespräch mit der Crew starteten wir dann die Whalewatching-Tour. Die Sonne strahlte mittlerweile, der Nebel hatte sich komplett verzogen. Das Wasser lag spiegelglatt vor uns. Der Guide behauptete sogar, er habe das Wasser hier noch nie so glatt gesehen, wie am heutigen Tage. Wir können sogar aus 4 Kilometer Entfernung sogenannte „Breaches“ – die berühmten Fontänen der Wale – sehen, so die Aussage von ihm. Es dauerte nicht allzulange, bis wir das erste Wildlife – wie die Kanadier es so schön nennen – sahen. Eine Herde Harbour seals sonnte sich auf Steinen und wir konnten einen tollen Blick auf die Familie werfen. Besonderes Highlight: Das Baby der Familie.

Wenig später konnten wir dann ein Pärchen Schweinswale erkennen. Diese folgten unserem Boot für eine kurze Zeit und bogen dann in Richtung offenes Meer ab. Wir folgten ihnen nicht, da unser Guide sagte, dass ganz in der Nähe Buckelwale seien sollten. So sahen wir kurze Zeit später auch eine erste Fontäne. Der Guide steuerte uns in die Richtung und nun begann das große Warten. Der Buckelwal wollte sich aber nicht so recht zeigen, atmete lediglich einmal ein und verschwand dann wieder in den Tiefen des Meeres. Dazu blieb er zwischen fünf und sieben Minuten unter Wasser. Wir zogen also weiter in die Blackfish Bay – ein Hotspot für Buckelwale und Orcas. Und wir sollten belohnt werden: Bereits aus der Ferne sahen wir zwei Fontänen gleichzeitig. Als wir dann unseren finalen Platz erreichten, tummelten sich zwischenzeitlich neun Buckelwale um unser Boot. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten. Das Meer lag komplett still, es ging keine einzige Windböe, neben uns befand sich nur ein weiteres, aber sehr kleines Boot in der Blackfish Bay. Es war also atemberaubend still, so dass wir jeden Atemzug der Wale hören konnten. Ein fantastisches Erlebnis! Wir verharrten mindestens 45 Minuten an diesem Fleck und beobachteten die Buckelwale – wie sie atmeten und wie sie kurze Zeit später wieder abtauchten. Sie zeigten uns ihre Fluken (das sind die Schwanzflossen) und man hatte ein wenig das Gefühl, dass es ihnen auch Spaß bereitete, sich vor uns zu zeigen.

Leider vergeht so ein Erlebnis wie im Flug, so dass wir auch schon wieder Richtung Alder Bay abdrehen mussten. Auf dem Weg nach Hause sahen wir noch eine Gruppe Harbour seals, Dutzende Seeadler und wunderschöne, verlassene Inseln. Die Inselgruppen vor Vancouver Island sind einfach traumhaft.

Insgesamt können wir also sagen, dass sich die Whalewatching Tour definitiv gelohnt hat – und das obwohl wir keine Orcas gesehen haben. Preislich liegt der Anbieter bei 129 kanadischen Dollar und bietet damit einen sehr fairen Preis für den Service, den die beiden Guides uns geboten haben. Sie wussten auf jede Frage eine Antwort und kannten das Gebiet besser als ihre eigene Westentasche. Solltet ihr also in der Gegend sein, so müsst ihr eine Whalewatching Tour bei Seasmoke buchen.

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