Streckenvorschlag

Da viele von euch vermutlich erst einmal schauen wollen, welche Strecke mit dem Wohnmobil in Kanada überhaupt machbar ist, möchten wir euch einen Einblick in unseren Ablauf geben. Wir haben in 21 Tagen rund 4.500 Kilometer „abgerissen“ und würden uns heute natürlich etwas mehr Zeit nehmen, um wirklich alle Naturwunder im Westen Kanadas in Ruhe anzuschauen. Dennoch können wir unsere Strecke ruhigen Gewissens für Leute empfehlen, welche „nur“ drei Wochen Zeit haben, um Kanada zu erkunden.

Wir haben euch alle unsere Übernachtungsorte sowie die Preise pro Nacht im Text aufgelistet. Hier vorab schon einmal ein Überblick über unsere Route:

Unsere Route im Überblick © Google Maps

Der Ausgangspunkt unserer Kanadareise mit dem Wohnmobil war Vancouver – genauer gesagt Delta. Hier befindet sich die Ausgabestation der Wohnmobile. Eine Anreise kann selbst organisiert werden – ihr könnt euch gegen einen Aufpreis jedoch auch an eurer Unterkunft abholen lassen. Von Delta aus haben wir direkt „Tsawwassen“ angesteuert – hier legt die Fähre Richtung Nanaimo (Vancouver Island) ab. In Nanaimo angekommen haben wir unsere erste Nacht auf dem Walmart-Parkplatz verbracht. Warum dies nicht zu empfehlen ist, erfahrt ihr in Kürze in unserem E-Book.

Unser Camper

Von Nanaimo aus haben wir uns dann auf den Weg in Richtung Norden von Vancouver Island gemacht. Unser Ziel war die Alder Bay, welche zwischen der Telegraph Cove und Port McNeill liegt. Das Alder Bay Resort liegt direkt am Meer, man hat einen wunderschönen Ausblick auf die gegenüberliegende Insel Alert Bay und ist auch ansonsten ausschließlich von Wald umgeben. Für Naturliebhaber ist dieses Resort absolut atemberaubend – wir konnten während des Abendessens sowohl Wale vorbeiziehen als auch Bären am Strand spielen sehen. Zudem sind die Betreiber – wie fast alle Kanadier – wirklich hilfsbereit und zuvorkommend. Die Alder Bay bietet sich zudem auch gut dafür an, Tagestrips in die umliegenden Städtchen zu unternehmen. Wir waren beispielsweise in Port McNeill und Port Alice – vor allem letzterer Ort war wunderschön anzuschauen. Zudem können wir den Marble River Provincial Park empfehlen, welcher über tolle Wanderwege verfügt. Es lohnt sich! Preislich lag das Alder Bay Resort bei rund 32 Euro pro Nacht – inklusive Strom, direktem Meerblick, Wasseranschluss und kostenfreier Abwasserleerung.

Nach 5 Nächten in der Alder Bay sind wir wieder in Richtung Süden gefahren. Unser nächster Stopp war Campbell River. Hier haben wir eine Übernachtung im „Salmon Point Resort“ getätigt. Dieser Platz ist sehr modern ausgestattet, verfügt über einen Swimmingpool und Stromanschlüsse an jedem Stellplatz. Vom Meer wird der Salmon Point lediglich durch einen kleinen Deich getrennt. Für eine Nacht bietet sich dieser Platz an – Naturliebhaber werden hier jedoch leider nicht verwöhnt. Der Strand ist hingegen ein großes Plus, da schön weitläufig. Bezahlt haben wir hier 36,40 € für eine Nacht.

Nachdem wir am nächsten Tag wieder auf das Festland übergesetzt haben, erreichten wir nach Passieren des Sea-to-Sky-Highways Squamish. Hier haben wir auf einem sehr weit draußen gelegenen Campingplatz übernachtet – der „Squamish Valley Campground“.Wir waren – mit einem anderen Pärchen – die einzigen Gäste. Es gab weder Wasser noch Strom – und nachts war es stockfinster, da wir direkt im Wald unter Bäumen genächtigt haben. Der Squamish River floss direkt an unserem Stellplatz vorbei. Zudem haben wir hier direkten Blick auf einen riesigen Gletscher gehabt. Die Nacht war dennoch nicht so toll – wenn ihr wissen wollt, worauf ihr im Squamish Valley Campground unbedingt achten musst, schaut in unserem Buch nach. Bezahlt haben wir für den Stellplatz rund 27 Euro für eine Nacht.

Unsere nächste Station galt lediglich als kurzer Zwischenstopp zur Übernachtung. Da wir zwischen Squamish bzw. Whistler und den National- bzw. Provincialparks rund um Jasper eine kleine Pause einlegen wollten. Wir einigten uns auf den „Silver Sage RV Park“ in Kamloops. Relativ gut gelegen gibt es hier einen kleinen RV Park mit Abwasser, Wasser und Strom. Leider hängt man hier aber auch sehr nah an seinem Nachbarn, so dass wir hier wirklich nur übernachtet haben. Lagetechnisch aber außergewöhnlich gut, da nah am Highway und dennoch richtig schön ruhig. Bezahlt haben wir hier genau 30 Euro, was für die Gegebenheiten ein fairer Preis ist.

Von Kamloops aus ging es dann am nächsten Morgen weiter in Richtung Wells Gray Provincial Park. Hier haben wir uns aufgrund der geringen Auswahl an Campgrounds für einen schönen RV Park außerhalb des Provincialparks entschieden: das „Dutch Lake Resort“. Wir haben uns hier äußerst wohl gefühlt, da der Campingplatz sehr ruhig war. Direkte Seelage umringt von zahlreichen Wäldern runden die perfekte Lage ab. Zudem ist man in wenigen Minuten an den Hotspots des Wells Gray Provincial Parks. Deshalb entschieden wir uns trotz straffem Zeitplan dafür, 2 Nächte hier zu bleiben. Eine Nacht hat hier umgerechnet 30 Euro gekostet. Dafür gab es Strom, einen Wasseranschluss, Abwasser und ein wirklich tolles Restaurant.

Highway-Abschnitt

Nun ging es für uns endlich in Richtung der Nationalparks. Da im Jahre 2019 in Jasper umgebaut wurde, waren keine Plätze im Nationalpark zu ergattern. Wir mussten deshalb ausweichen und haben uns für den Mount Robson Provincial Park entschieden. Dieser grenzt direkt an den Jasper Nationalpark, weshalb hier im Juli wirklich viel los war. Glücklicherweise haben wir einen Stellplatz reservieren können und insgesamt drei Nächte auf dem staatlichen „Lucerne Campground“ verbracht. Hier gab es – wie auf den meisten staatlichen Plätzen – weder Wasser noch Strom. Pure Wildnis! Der Lucerne Campground liegt direkt am Highway, was natürlich für ein wenig Lärm sorgt- Gestört hat dies jedoch nicht. Abends konnte man am See entspannen und es sich gut gehen lassen. Zu empfehlen ist ein Besuch am Kinney Lake – ähnlich schön wie der Lake Louise, aber bei weitem nicht so überlaufen! Eine Nacht auf dem staatlichen Campground kostete uns 19 Euro.

Icefield Parkway

Nach Tagesausflügen nach Jasper und Banff ging es für uns dann weiter in Richtung Alberta und demnach in eine andere Zeitzone. Auch in Banff kriegt man kaum einen Campingplatz direkt im Nationalpark, weshalb wir auch hier wieder ausgewichen sind. Die erste Nacht haben wir auf dem Bow Valley Campground verbracht, rund 15 Kilometer außerhalb des Nationalparks. Der Platz ist ebenfalls staatlich und bietet deshalb keinen Strom. Immerhin einen Wasseranschluss hatten wir an unserem Stellplatz. Die Duschen wurden im Juli 2019 restauriert, weshalb wir hier leider nicht duschen konnten. Gekostet hat die Nacht hier aufgrund der Reservierungsgebühren jedoch knapp 35 Euro. Nach einer Übernachtung haben wir dann doch Glück gehabt und einen Platz direkt im Nationalpark bekommen: Der Lake Louise Campground hatte kurzfristig freie Stellplätze. Das haben wir natürlich genutzt und sind kurzerhand umgezogen. Da dieser Campground wieder staatlich war, hatten wir lediglich einen Wasseranschluss. Dafür waren wir aber auch sehr nah am Lake Louise und konnten am Morgen einen fantastischen Ausflug unternehmen. Tipps, wie ihr den Tag am Lake Louise und am Lake Morraine unbeschadet übersteht, erhaltet ihr in unserem Buch. Kostentechnisch lag der Campground bei 29,40 Euro. Da der Lake Louise Campground lediglich für eine Nacht freie Plätze hatte, mussten wir am nächsten Tag weiter in Richtung Bow River Campground ziehen. Dieser ist vergleichbar mit dem Bow Valley Campground und kostet demnach auch dieselbe Gebühr pro Nacht.

Es ist wie es leider immer ist – und irgendwann muss der Rückweg angetreten werden. Wir ließen die Nationalparks also hinter uns und sind durch den Glacier Nationalpark in Richtung Canyon Hot Springs gefahren. Hier haben wir die Nacht auf dem „Canyon Hot Springs Resort“ ausklingen lassen. Strom, Wasser und Abwasser war hier vorhanden, so dass wir unsere Reserven endlich wieder auffüllen konnten. Gekostet hat eine Nacht rund 32,50 Euro. Das Resort verfügt über ein Schwimmbecken, welches kostenpflichtig genutzt werden kann. Als Zwischenhalt bietet sich dieser Platz sehr gut an – für einen längeren Aufenthalt vermutlich eher nicht.

Glacier Nationalpark

Ganz anders hingegen unser vorletzter Stopp in Lake Country. Hier haben wir in einem kleinen und privaten RV Park übernachtet. Die Hosts waren wirklich super nett und zuvorkommend. Die Aussicht aus dem „The Orchard RV“ war wirklich spektakulär. Oben auf einem Berg gelegen konnte man über den Wood Lake auf die angrenzenden Berge schauen – wirklich top! Zudem bietet Lake Country viele Ausflugsmöglichkeiten und gute Restaurants. Mit 28,50 Euro pro Nacht zählte dieses kleine Örtchen zu den günstigsten Übernachtungsplätzen, welche wir in Kanada gefunden haben. Strom, Wasser, Abwasser, WLAN und schöne Sanitäranlagen wurden uns hier geboten. Definitiv ein Geheimtipp, auch für mehrere Nächte!

Die letzte Nacht in unserem Wohnmobil haben wir in Chilliwack verbracht. Auch hier sind wir wieder auf einen staatlichen Campground ausgewichen – den „Maple Bay Campground“. Auch hier gab es weder Strom noch Wasser – aber immerhin eine Möglichkeit, sein Abwasser gegen eine Gebühr von 5 Dollar (umgerechnet rund 3,30 Euro) loszuwerden. Der Campground ist ruhig und man schläft mitten im Wald – für Naturliebhaber also wirklich klasse. Zudem ist der angrenzende See nicht weit weg. Mit Kosten von 28 Euro war der Campground zudem erschwinglich.

Von Chilliwack aus ging es zurück nach Delta, um unser Wohnmobil zurückzugeben. Knapp 4.500 Kilometer haben wir mit ihm zurückgelegt – und würden es definitiv jederzeit wieder tun!

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